Michael Haase, Facharzt für Augenheilkunde | Psychotherapie, Kreuzstraße 19, 53225 Bonn-Beuel, Tel. 0228 | 47 45 80, haase@facharzt.de

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Hypnotherapie | Klinische Hypnose

Hypnotherapie | Klinische Hypnose (selbstfinanzierte Psychotherapie)

Professionelle Unterstützung für die Lösung eines Problems oder für die Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation in Form einer lösungsfokussierten hypnotherapeutischen | hypnosystemischen Psychotherapie, bei der die Kompetenzen und Ressourcen der Klientinnen | der Klienten als Grundlage für die therapeutische Arbeit genutzt werden. Alle Fähigkeiten und alles, was je an Erfahrungen gemacht wurde, steht als Wissen zur Verfügung. Durch Konzentration auf dieses innere Wissen sowie auf die intuitive Klugheit werden Heilungs-, Such- und Lernprozesse angestoßen und für das Finden von Lösungen genutzt.

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Zu Hypnose

Quelle: http://www.meg-hypnose.de/zu-hypnose.html

Mit freundlicher Genehmigung der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose e.V.

Hypnose

Hypnose ist ein traditionelles Verfahren, das in vielen Kulturen für Heilzwecke verwendet wird. Gleichzeitig ist es eine moderne Heilmethode, die wissenschaftlich gut untersucht ist.

Klinische Hypnose/Hypnotherapie wurde vor allem durch die innovativen Entwicklungen und Anwendungen des amerikanischen Psychiaters Milton H. Erickson erweitert und geht über das Stadium von Entspannungsinduktion und Suggestionsbehandlung weit hinaus. Moderne Hypnose gilt als ressourcenorientierter Ansatz, der es Patientinnen und Patienten erlaubt, körperlichen Symptomen und psychischen Problemen mit positiven Erfahrungen und eigenen Bewältigungskompetenzen zu begegnen.

Hypnotherapie ist gekennzeichnet durch eine flexible Nutzung verschiedener Ebenen der Informationsverarbeitung, wobei unwillkürliche Prozesse, z.B. intuitive, ganzheitliche und bildhafte Reaktionen in der Trance (Trancephänomene) aktiviert und für die Therapie genutzt werden. Die Kommunikation mit dem Unbewussten als einer inneren Instanz (Therapeutisches Tertium) ermöglicht ein Verstehen und Verändern der Symptomatik. Unbewusste Ressourcen, z.B. als Imaginationen oder innere Teile (Ego-States) werden somit zur Problemlösung und zur Unterbrechung dysfunktionaler Muster, letztendlich zur Veränderung des Selbst verwendet.

Als erfahrungsorientierte Therapieform bezieht Hypnotherapie körperliche und seelische Prozesse ein und kann damit als Brücke zwischen Körper und Seele verstanden werden.

Das Arbeiten mit Hypnose impliziert den Umgang mit einer besonderen, intensiven Form der therapeutischen Beziehung und ist damit mehr als eine therapeutische Strategie.

Moderne Hypnotherapie stützt sich auf allgemeinpsychologische Erkenntnisse und setzt therapeutische Kompetenz voraus.

Hypnotherapie ist als integratives Verfahren gut mit anderen psychotherapeutischen Ansätzen kombinierbar. Im medizinischen Kontext gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, z.B. bei Schmerzen, in der Psychosomatik (Reizdarm, Blutdruck), in der Geburtsvorbereitung, in der Rehabilitation (Schlaganfälle), bei ärztlichen Untersuchungen oder Eingriffen.

Zudem haben sich aus der Hypnotherapie abgeleitete Kommunikationsstrategien sowohl im Mentaltraining von Sportlern und Künstlern, als auch im Coaching von z.B. Schülerinnen und Schülern mit Leistungsproblemen bewährt.

Hypnotische Trance

Die Induktion einer hypnotischen Trance beginnt mit der Anleitung, die Aufmerksamkeit zunehmend zu konzentrieren und nach innen zu richten. In der Trance nimmt die Patientin/der Patient innere Bilder, Erinnerungen und Gefühle intensiver wahr. Gleichzeitig können störende Wahrnehmungen, z.B. Geräusche, oder unangenehme Empfindungen, leichter ausgeblendet werden. Es entsteht ein subjektiv veränderter Bewusstseinszustand, in dem das Individuum sich sowohl losgelöst von der Umgebung, als auch auf besondere Art verbunden erleben kann.

Dieser Bewusstseinszustand in der hypnotischen Trance ist mit deutlichen Veränderungen im Körper und Gehirn verbunden und kann von Schlaf und vom Alltagsbewusstsein unterschieden werden. Das therapeutische Potenzial der hypnotischen Trance offenbart sich z.B. darin, dass akute Schmerzen ausgeblendet werden können, so dass ein operativer Eingriff ohne Anästhetikum möglich ist.

Hypnotische Reaktionen sind nicht mit Kooperation und Placeboeffekten zu verwechseln, sondern es handelt sich um eigene Mechanismen, wie vielfach nachgewiesen wurde.

Neurobiologische Befunde

Die veränderte Arbeitsweise des Gehirns unter Hypnose lässt sich neurophysiologisch durch vermehrt langsame Hirnwellen und eine Aktivierung von Bereichen der Hirnrinde und des Mittelhirns belegen, die für Aufmerksamkeitssteuerung, Wahrnehmung und mentale Entspannung zuständig sind. In der hypnotischen Trance werden Lern- und Erinnerungsprozesse außerhalb der bewussten Wahrnehmung angesprochen und die bildliche Verarbeitung gefördert. Die imaginierten Bilder gewinnen in Trance innere Realität.

Physiologische Reaktionen

Bekannt ist der generelle Entspannungseffekt der Hypnose. Auch ihr positiver Einfluss auf die Immunfunktionen konnte vielfach nachgewiesen werden. Das wird in klinischen Studien zur Rückbildung von Herpes und Warzen deutlich und auch bei der Aufrechterhaltung der Immunkompetenz unter Stress. In Laborstudien wurde gezeigt, dass es unter Hypnose zum Anstieg der Konzentration von Leukozyten und anderen Immunparametern kommt. Die unwillkürlichen Reaktionen des Organismus in Trance wie die Handlevitation machen dem Patienten deutlich, dass Veränderungen unabhängig von seinem bewussten Denken stattfinden können.

Andere mentale Verarbeitung

In der Trance erfolgt die Informationsverarbeitung weniger rational analysierend und reflektierend, sondern eher ganzheitlich, bildhaft, assoziativ, intuitiv. Die Patientin/der Patient ist absorbiert im inneren Erleben (Assoziation), oder kann sich spontan von belastenden Erfahrungen distanzieren (Dissoziation). Sie/er nimmt eine kindlich kreative Lernhaltung ein und ist empfänglicher für Suggestionen, Bilder und Metaphern der Therapeutin/des Therapeuten. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis sind leichter verfügbar.

Wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit von Hypnose

Die Wirksamkeit Klinischer Hypnose ist in über 200 empirischen Studien für zahlreiche Krankheitsbilder, Verhaltensstörungen und medizinische Probleme nachgewiesen. Besonders erfolgreich ist der therapeutische Einsatz von Hypnose bei allen Angst- und Belastungsstörungen, Anpassungsstörungen, Ess-Störungen und Suchtverhalten (besonders Nikotinabusus), psychosomatischen Problemen (z.B. Migräne, Schlafstörungen, Allergien, Neurodermitis), somatoformen Störungen (z.B. Reizdarm), somatischen Leiden (z.B. Herpes, Warzen), akutem Schmerz (z.B. Geburt, Operationen, Zahnmedizin) und chronischem Schmerz (z.B. Tumorerkrankungen, Arthritis).

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Trancephänomene

Textauszug mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. med. Claudia Wilhelm-Gößling, zweite Vorsitzende der M.E.G., M.E.Gaphon 47 09/14 zum Tagungsthema 2015: "Hypnotherapie: Trancephänomene in Therapie und Gesellschaft".

Hinübergehen – Trance geht auf das lateinische Wort transire zurück - in einen anderen Bewusstseinszustand: Trancephänomene sind ubiquitär. Seit Menschengedenken sind sie Bestandteile des Alltags und werden, unterschiedlich ausdifferenziert, seit Jahrtausenden auch in der Heilkunst eingesetzt. Trancezustände kommen überall dort vor, wo Menschen zusammentreffen und miteinander kommunizieren, in allen Kulturen rund um den Globus. Sie können spontan entstehen oder gezielt, auch unter Zuhilfenahme psychotroper Substanzen, herbeigeführt werden.

Jeder Mensch kennt sowohl angenehme als auch unangenehme Trancezustände. In einer sogenannten Problemtrance, beispielsweise während einer Angstreaktion, beim Grübeln oder in depressiver Stimmung, konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen bedrohlichen oder bedrückenden Ausschnitt der Realität. In der Erinnerung an ein glückliches Ereignis lächeln wir oft unwillkürlich, während eines faszinierenden Gesprächs oder wenn wir verliebt sind, nehmen wir die Umgebung und umstehende Menschen kaum oder gar nicht mehr wahr. Nach Hilgard und anderen Hypnoseforschern ist ein Trancezustand durch folgende Merkmale gekennzeichnet: bewusste Planungsfunktionen treten in den Hintergrund, Aufmerksamkeit wird umverteilt und fokussiert, visuelle Erinnerungen und Fantasiefähigkeit nehmen zu, die Realitätsüberprüfung vermindert sich einhergehend mit einer erhöhten Suggestibilität und die Involviertheit in situationsspezifisches Rollenverhalten erhöht sich (z. B. therapeutische vs. Bühnenhypnose).

Milton Erickson war ein Meister der hypnagogen Sprache. Diese zeichnet sich durch einen besonderen Sprachrhythmus und bestimmte, metaphorische Sprachmuster aus, die innere Bilder anregen. Durch Suggestionen, die mit allgemeingültigen Aussagen verknüpft werden und eine Ja-Haltung entstehen lassen, mit dem Ziel Befürchtungen zu beseitigen und auf Erfolge zu fokussieren, wird ein Trancezustand induziert, in dem heilsame und Ich-bereichernde Erfahrungen leichter integriert werden.